Neufahrn diskutiert möglichen Schritt zur Stadterhebung
Pressemitteilung als PDF-Download:
Rund 70 Bürgerinnen und Bürger haben am 13. November beim Gasthof Maisberger an einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum möglichen Weg Neufahrns zur Stadt teilgenommen. Eingeladen hatte Bürgermeisterkandidat Ozan Iyibas. Als Fachgast war Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski aus der Stadt Haar anwesend, der über die Erfahrungen seiner Kommune mit und nach der eigenen Stadterhebung berichtete.
Argumente für eine mögliche Stadterhebung vorgestellt
In seinem Einführungsvortrag begründete Iyibas, warum aus seiner Sicht jetzt der richtige Zeitpunkt sei, über die zukünftige Entwicklung Neufahrns zu diskutieren. Die Gemeinde verfüge bereits heute über Merkmale, die üblicherweise einer Stadt zugeschrieben werden, darunter mehr als 22.000 Einwohner, weiterführende Schulen, ein belebtes Zentrum und ein wachsendes Gewerbegebiet.
Eine Stadterhebung verstehe er nicht als formale Änderung des Ortsschilds, sondern als strategischen Schritt, um Neufahrns Position in regionalen Fragen zu stärken. Er nannte unter anderem Vorteile bei Verkehrs-, Energie- und Klimaprojekten sowie bessere Möglichkeiten, Fördermittel für Infrastruktur- und Zukunftsprojekte einzuwerben. Iyibas betonte, dass eine selbstbewusste Außendarstellung und eine gestärkte Identität aller Ortsteile ebenfalls Ziele eines solchen Prozesses seien.
„Wer immer nur sagt: ‚Es passt schon‘ darf sich nicht wundern, wenn irgendwann nichts mehr passt.“, so Ozan Iyibas zu seiner Motivation, das ‚Stadt werden‘ jetzt in Neufahrn zu thematisieren. „Stadt werden heißt nicht größer sein – sondern besser vorbereitet, besser vernetzt und besser organisiert.“
Erfahrungsbericht aus Haar
Gastredner Dr. Andreas Bukowski stellte die Entwicklung seiner Kommune nach deren Stadterhebung vor. Haar habe durch den neuen Status in verschiedenen Bereichen an Wahrnehmung und Dynamik gewonnen. Auch die Resonanz in der Bürgerschaft sei überwiegend positiv ausgefallen. Die Bürger seien stolz auf ihre Stadt Haar.
Mit Humor nahm er gleich zu Beginn eine verbreitete Sorge: „Der Stadtstatus ändert übrigens nichts am Gehalt des Bürgermeisters – das richtet sich nach der Einwohnerzahl.“ Danach ging Bukowski auf finanzielle Aspekte ein: Die Kosten des Verfahrens bezifferte er insgesamt auf rund 35.000 Euro. Aber selbst diese Kosten hätte man durch die Versteigerung der alten Ortsschilder letztendlich sogar wieder reingeholt.
Iyibas griff die Vorgehensweise von Haar auf dem Weg zur Stadterhebung als mögliches Modell für Neufahrn auf und erklärte, eine aktive Einbindung der Bürger könne dazu beitragen, den Prozess kreativ und kosteneffizient zu gestalten.
Politische Entscheidung liegt vor Ort
Laut Iyibas gebe es seitens des Innenministeriums grundsätzlich keine Hürden für eine Stadterhebung, sofern der politische Wille aus der Kommune selbst komme und die formalen Kriterien erfüllt seien. Neufahrn erfülle diese seiner Einschätzung nach bereits heute zu großen Teilen.
Breite Beteiligung und intensive Diskussionen
Im Anschluss an die Vorträge nutzten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Aspekte der möglichen Stadtwerdung zu diskutieren. Neben Chancen und Potenzialen kamen auch Fragen nach der Identität der Ortsteile und zu möglichen Veränderungen im Alltag zur Sprache. Iyibas betonte, dass eine städtische Weiterentwicklung nicht im Widerspruch zu einem dörflichen Charaktergefühl stehen müsse: „Wir wollen städtisch denken, aber dörflich fühlen dürfen.“
Ausblick
Die Veranstaltung endete mit offenen Gesprächen unter den Anwesenden. Die Diskussion soll im Rahmen einer Zukunftswerkstatt ortgesetzt werden. Aus Sicht der Organisatoren zeigte der Abend das Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv in die Zukunftsplanung Neufahrns einzubringen.
Ozan Iyibas beschloss den Abend mit einer klaren Vision: „Lasst uns diese Chance gemeinsam ergreifen. Zukunft denken – und Stadt werden.“ Der Abend, so der CSU-Bürgermeisterkandidat habe gezeigt, dass der Weg zur Stadterhebung kein trockenes Verwaltungsverfahren sein müsse, sondern eine Einladung zur aktiven Gestaltung der nächsten Jahrzehnte.